Nachrichten

15. Juni 2017

Offshore-Ausbau, grenzüberschreitender Grünstrom, NRW, Stadtwerke Hannover, EnBW + Enbridge, Stadtwerke Bochum, „Binnenwind“, Indien, Bayern


abb-offshore-copyrightOffshore-Ausbau in Europa: Anlässlich des ersten Jahrestages der Nordsee-Erklärung vom Juni 2016 haben sich Vertreter aus Deutschland, Belgien und Dänemark sowie 25 Unternehmen zum weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Europa bekannt. Ziel ist es, zwischen 2020 und 2030 „erhebliche Kapazitäten an neuer Offshore-Windenergieleistung“ zu entwickeln und die Kosten auch künftig weiter zu senken, damit Europa Marktführer in Sachen Offshore-Windenergie bleibt.
offshore-windindustrie.de, iwr.de

Grenzüberschreitender Grünstrom kommt: Gestern hat das Bundeskabinett die Novelle der Grenzüberschreitenden Erneuerbare-Energien-Verordnung (GEEV) verabschiedet. Demnach sollen künftig Ausschreibungen für erneuerbare Energien im Umfang von fünf Prozent der jährlich zu installierenden Leistung für die Teilnahme von Anlagen aus anderen EU-Mitgliedstaaten geöffnet werden – das entspricht etwa 300 MW. Bei einer grenzüberschreitenden Pilotausschreibung für Photovoltaik-Anlagen gingen im vergangenen Jahr alle Zuschläge nach Dänemark.
industr.com, pv-magazine.de

NRW bremst Windkraft-Ausbau: Darauf verständigten sich CDU und FDP in ihren Koalitionsverhandlungen. Durch die Verlängerung des Mindestabstands von Windkraftanlagen zu Wohngebieten auf 1.500 Meter sollen die potenziellen Windkraft-Flächen im Bundesland um 80 Prozent reduziert werden. Immerhin: Der neue Mindestabstand gilt nicht für bereits genehmigte, aber noch nicht gebaute Windräder.
focus.de, rp-online.de, wz.de

Investition in Erneuerbare: Über ein neues Anlagemodell können Kunden der Stadtwerke Hannover seit dem 10. Juni 2017 in erneuerbare Energieinfrastruktur investieren. Dazu hat das Unternehmen das erste enercity-Bürgerkraftwerk gestartet. Dabei handelt es sich um eine festverzinste Kapitalanlage mit einer Vergütung von 2,15 Prozent p.a. Das Geld der Anleger fließt aktuell in eine 270-kW-Solaranlage in Herrenhausen.
euwid-energie.de

EnBW partnert erneut mit Enbridge: Beim Offshore-Windpark Albatros in der deutschen Nordsee setzt der BaWü-Versorger die Zusammenarbeit mit dem kanadischen Energieinfrastruktur-Unternehmen Enbridge Inc. fort. Dabei übernimmt Enbridge als Co-Investor 49,89 Prozent an dem Offshore-Projekt, die EnBW behält die restlichen 50,1 Prozent. Beide Unternehmen arbeiten bereits beim Projekt Hohe See zusammen.
stadt-und-werk.de, iwr.de, ka-news.de

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Stadtwerke Bochum stoßen RWE-Anteile ab: Bochums Anteil am Energieversorger RWE schrumpft weiter. Sechs Monate nach dem ersten Verkauf im Oktober 2016 wurden 2,2 Mio. RWE-Aktien veräußert, weitere 2,2 Mio. Stück sind noch in städtischem Besitz. Der durchschnittliche Kurs lag bei knapp unter 20 Euro, damit wurden Einnahmen von etwa 43,5 Mio. Euro erzielt – der Gewinn lag bei rund 21. Mio. Euro. Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) löste somit seine Zusage an seinen Koalistionspartner, die Grünen, für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Energiekonzern ein.
handelsblatt.com, wiwo.de, waz.de

Startprobleme bei „Binnenwind“: Die Gründung der kommunalen Windkraft-Kooperation „Binnenwind“ stockt. Nachdem die Suche nach einem vierten Projektträger ohne Ergebnis blieb, ziehen sich nun die Stadtwerke Karlsruhe aus dem Vorhaben zurück. Nun müssen sich die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) und WSW Energie & Wasser aus Wuppertal gleich zwei weitere Partner für das kommunale Onshore-Windkraft-Projekt suchen.
zfk.de, energate-messenger.de

Trina Solar beliefert Solarpark in Indien: In der indischen Provinz Andhra Pradesh ist ein Solarkraftwerk mit fast 500 MW Leistung in Betrieb gegangen. Die PV-Module für das Projekt, ein Joint Venture zwischen der Softbank Gruppe, Bharti Enterprises und Foxconn, hat das chinesische Unternehmen Trina Solar geliefert. Der Solarpark soll Sonnenstrom für mehr als 700.000 indische Haushalte produzieren.
pv-magazine.de, iwr.de

Trianel nimmt bayerische Windparks in Betrieb: In Bayern hat die Stadtwerke-Kooperation Trianel über eine Tochtergesellschaft die beiden Windparks „Creußen“ und „Vogelherd“ mit einer Gesamtleistung von 34 MW in Betrieb genommen. Die insgesamt 14 Windkraftanlagen werden etwa 81 Mio. kWh pro Jahr ins Stromnetz einspeisen und damit rund 24.000 Haushalte versorgen.
zfk.de, iwr.de, waz.de, energate-messenger.de


Zahl der Woche

1.200 MW


Bei einer Leistung von 1.200 MW liegt laut Bundesnetzagentur der Bedarf an Anlagen als „besondere netztechnische Betriebsmittel“ in Süddeutschland. Die Menge sei notwendig, um die Netzstabilität zwischen der Abschaltung des letzten Atomkraftwerkes Ende 2021 und der Fertigstellung der neuen Nord-Süd-Trassen im Jahr 2025 zu gewährleisten.
bundesnetzagentur, iwr.de


Technologie

Energiewende-Forschung, Burbo Bank, Projekt Grid4EU, Giessenwind, Smart City Charta, Indien


Energy-Lab-2.0Energiewende-Forschung: Im Rahmen des Energy Lab 2.0, einem Projekt des Karlsruher Instituts für Techno­logie KIT und seiner Partner, erfolgte nun der Spatenstich für den ersten Gebäude- und Labor­komplex. Ziel dieses als „Reallabor“ angelegten Projektes ist es, die Digita­lisierung des komplexen Energiesystems voran­treiben. Dazu werden erstmals größere Versuchs­anlagen zur Erzeug­ung erneuer­barer Energie, zur Speicherung und Um­wandlung in Gas, Kraft­stoffe und Wärme sowie zur Rück­verstromung chemischer Energie­träger vernetzt.
pro-physik.de, kit.edu

Offshore-Windpark bekommt Hybrid-Batteriesystem: Bis zum Jahrensende will der dänische Energieversorger Dong Energy den Offshore-Windpark Burbo Bank vor der Küste Großbritanniens mit einem Hybrid-Batteriesystem mit einer Leistung von zwei MW ausstatten. Dieses soll Schwankungen im Netz ausgleichen und so zur Netzstabilität beitragen. Die Batterie liefert der Schweizer Technologiekonzern ABB.
erneuerbareenergien.de, offshore-windindustrie.de

Forschungsergebnisse Projekt Grid4EU: Bereits seit 2014 sind intelligente Netze Forschungsgegenstand des Projektes Grid4EU. Nun zeigen die Ergebnisse, wie wichtig eine intelligente Steuerung der vorhandenen Netze für das Gelingen der Energiewende ist. So ließe sich nämlich durch eine technische Optimierung die Einspeisekapazität des örtlichen Stromnetzes um 17 Prozent steigern. Man könnte so dynamischer und flexibler auf die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien reagieren und mehr davon aufnehmen.
pv-magazine.de, sonnewindwaerme.de

Windernergie trifft Speicher: Im Windpark Giessenwind (Niederlande) versorgen drei Turbinen etwa 5.000 Haushalte mit Energie. Ein Energiespeichersystem von etwa einer MWh, eine Trafostation und ein Netzanschluss machen das Gemeinschaftsprojekt von Alfen BV und C-Wind komplett. So können Schwankungen zwischen Energieangebot und -nachfrage ausgeglichen werden.
windkraft-journal.de

Die Zukunft der Städte: Zu Beginn dieser Woche wurde auf dem 11. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Hamburg die Smart City Charta vorgestellt. Sie wurde bei der Dialogplattform Smart Cities beim Bundesbauministerium erarbeitet und enthält Leitlinien und Empfehlungen, um die integrierte Stadtentwicklung in Deutschland und Europa voranzutreiben. Städte müssten sich „dem Klimawandel anpassen und die Möglichkeiten der digitalen Technologien nutzen“, heißt es.
bundesregierung.de, bbsr.bund.de (Charta), windkraft-journal.de

Solarstrom für Dorf in Indien: Dank des Start-ups Bos aus Neu-Ulm haben 30 Haushalte in dem indischen Dorf Sarvantara nun Strom. Gemeinsam mit einem lokalen Partner hat Bos vor Ort ein Smart DC-Mini-Grid installiert, das mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Speicher verbunden ist. In den nächsten Monaten sollen noch weitere Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden.
erneuerbareenergien.de


Zitat der Woche

Matthias Zelinger


Matthias-Zelinger_VDMA_100x100px„Das war ein großer Schritt hin zu einem zeitgemäßen Energiesystem.“

Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems, freut sich über die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunden für Windenergie an Land und auf See. Die Versorger zählten jetzt auf den Beitrag der Maschinen- und Anlagenbauer zur Kostensenkung bei Windprojekten und Zelinger bleibt gelassen – schließlich sei der Maschinenbau „harten Wettbewerb gewohnt“.
stuttgarter-zeitung.de


Service

Zehn-Punkte-Plan für Energiewende, PV auf Augenhöhe, Studie „BP Statistical Review of World Energy“


Zehn-Punkte-Plan für Energiewende: Der Denkfabrik Agora Energiewende zufolge muss Deutschland bis 2030 seine Ökostrom-Produktion verdoppeln, um die Pariser Klimaziele zu erfüllen. Gleichzeitig müsse der Energieverbrauch drastisch gesenkt werden. Im Rahmen der Veröffentlichung „Energiewende 2030 – The Big Picture“ benennt der Berliner Think Tank Trends und Ziele und schlägt konkrete Maßnahmen für die zweite Phase der Transformation des Energiesystems mit allen drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr vor.
agora-energiewende.de, welt.de, deutschlandfunk.de, sonnenseite.com

PV auf Augenhöhe mit Kernkraft: Im Mai produzierten Photovoltaikanlagen hierzulande nach Berechnungen des Frauenhofer Institutes für Solare Energiesysteme (ISE) eine Rekordmenge von 5,57 Terawattstunden. Damit lag die Stromerzeugung aus Solaranlagen mit einem Anteil von 12,3 Prozent gleichauf mit der Kernenergie (12,5 Prozent).
wiwo.de, sonnewindwaerme.de

Studientipp: Um die Klimaziele zu erreichen, muss die Welt ihren Energieverbrauch massiv verändern. Das bedeutet weniger fossile, mehr erneuerbare Brennstoffe. Die aktuelle Studie „BP Statistical Review of World Energy“ bescheinigt zwar, dass der Wandel auf einem guten Weg sei, die Energieeffizienz müsse aber noch deutlich zunehmen. Dennoch würden fossile Brennstoffe nicht so schnell verschwinden.
handelblatt.com, wiwo.de


Kurzschluss

Windige Aussichten


Urlauber in der Region Eckernförde (Schleswig-Holstein) stören sich offbar am Blick vom Eckernförder Strand auf benachbarte Windkraftanlagen. Einer Studie zufolge wollen sieben Prozent der befragten Touristen die Schwansener Küste künftig sogar meiden – ein Millionen-Verlust für den Tourismus droht. Unser Tipp: Wer sich am Anblick von Windrädern so stört, plant seinen nächsten Urlaub vielleicht lieber mit Aussicht auf ein Kohle- oder Atomkraftwerk.
shz.de