Nachrichten

19. Jul 2012

Versicherungssteuer für Offshore-Windparks, Waldwind in BaWü und Brandenburg, Areva Windzentrale in Bremen, Munich Re investiert weiter in Wind, Kleinwindanlagen für Entwicklungsländer.


Der Steuerschatz auf deutschem Meeresboden: Während Umweltminister Peter Altmaier bereits öffentlich die Ziele der Energiewende infrage stellt, will sein Kabinettskollege Wolfgang Schäuble schon den nächsten Steuerschatz vor deutschen Küsten heben. Er möchte nicht auf die 19 Prozent Versicherungssteuer verzichten, welche die an sich schon kostspieligen Versicherungsprämien für Offshore-Windparks abwerfen könnten. Und es kommt noch besser: Schäuble will den Geltungsbereich der Versicherungssteuer sogar noch bis auf 200 Kilometer vor den Küsten ausdehnen lassen. Dass die Branche dagegen Sturm läuft, versteht sich von selbst.
wiwo.de (Versicherungssteuer), tagesschau.de (Altmaiers Zweifel)

BaWü und Brandenburg setzen auf Waldwind: Die rot-grüne Regierung im Ländle will in den landeseigenen Forsten Windkraftanlagen aufstellen; Gespräche mit der Forstverwaltung laufen bereits. Immerhin sind 30 Prozent der BaWü-Wälder in Landesbesitz. Die Regierung will die neuen, besonders hohen Windräder dafür nutzen. Auch das ohnehin windfreundliche Brandenburg hält einen Teil seiner Waldflächen für geeignet. Das östliche Bundesland will aber nur Gebiete freigegeben, die keinem besonderen Schutz unterliegen.
wiwo.de (BaWü), topagrar.com (Brandenburg)

Areva baut Windzentrale in Bremen auf: Der französische Konzern hat bereits 2.000 Quadratmeter Bürofläche für den Bereich Offshore-Windenergie in der Hansestadt angemietet. Ab September geht’s mit 40 Leuten los; ein Jahr später sollen es schon 100 sein. Areva zieht damit faktisch seine Offshore-Europazentrale in Bremen hoch.
weser-kurier.de

Munich Re investiert weiter in Windenergie: Im Rahmen seines Investitionsplans hat der Konzern sechs Onshore-Windparks mit insgesamt 48 Megawatt Leistung vom Entwickler Wpd AG für einen zweistelligen Mio-Betrag erworben. Insgesamt will der Rückversicherer bis zu 2,5 Mrd Euro in Erneuerbare stecken.
focus.de, bloomberg.com

Kleinwindanlagen für Entwicklungsländer: Die Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundeswirtschaftsministeriums hat im Juni die Allianz für ländliche Elektrifizierung (ARE) ins Leben gerufen. Die Kampagne will Entscheidungsträger in Entwicklungsländern über die Vorteile von Kleinwind-Technologie in ländlichen Regionen aufklären. Sie soll dabei helfen, schwierige Faktoren wie den Mangel an Qualitätsstandards, an Zertifizierungen oder an Datensätzen zur Windgeschwindigkeit zu überwinden.
exportinitiative.de


Nachrichten

26. Jul 2012

Innogy Nordsee 1 kommt später, Offshore-Krisentreffen, REpower, Hessen beteiligt Bürger an Windkraft-Plänen.


RWE schiebt Investitionsbeschluss für „Innogy Nordsee 1“: Aufgrund der unkalkulierbaren Haftungsrisiken will der Energiekonzern den Startschuss für das 1.000 Megawatt-Projekt frühestens Anfang 2013 geben. Laut Hans Bünting, Chef der Sparte RWE Innogy, wollte man ursprünglich in der zweiten Jahreshälfte 2012 loslegen. Jetzt sieht er keine Chance mehr, die Investitionsfreigaben noch kurzfristig vom AG-Vorstand zu erhalten.
handelsblatt.com

Termin für Offshore-Krisentreffen steht: Vertreter von Bund und Ländern wollen sich mit dem Netzbetreiber Tennet am 8. August zusammensetzen und die Probleme beim Netzausbau besprechen. Tennet ist für die Anbindung der Offshore-Windparks in der Nordsee verantwortlich. Zuletzt stand der niederländische Staatskonzern wegen fehlender finanzieller Mittel für den Ausbau in der Kritik.
n24.de, google.com/afp, strom-magazin.de

Repower macht das Gigawatt in Großbritannien voll: Allein im Jahr 2012 hat der Turbinenbauer Aufträge in Höhe von über 200 Megawatt auf der britischen Inseln akquiriert. Bereits das Vorjahr konnte Repower Systems als drittgrößter Windturbinen-Anbieter in UK abschließen, was einem Marktanteil von 11 Prozent entspricht.
nordic-market.de, cleanthinking.de

Hessen beteiligt Bürger bei landeseigenen Windkraft-Plänen: Das Wirtschaftsministerium des Bundeslandes hat eine Internetplattform vorgestellt, auf der BürgerInnen, Gemeinden und Unternehmen bis zum 08. Oktober ihre Stellungnahmen zum Entwurf zur Änderung des Landesentwicklungsplans Hessen 2000 abgeben können.
faz.net, lep-anhoerung-hessen.de (Plattform)


Nachrichten

02. Aug 2012

REpower fertig mit Thornton Bank II, Wind weiterhin wichtig, Joint Ventures in der Ukraine, TÜV Süd expandiert in UK, Wind statt Biomasse.


REpower schließt Bau des Offshore-Windparks Thornton Bank II ab: Jede der 30 Turbinen hat eine Nennleistung von 6,15 Megawatt. Damit verfügt der Windpark vor der belgischen Küste nun über eine Gesamtkapazität von 215 Megawatt. Thornton Bank II ist die weltweit erste Offshore-Windfarm mit Anlagen der 6-Megawatt-Klasse. Unter den Investoren sind die Energieversorger RWE (Deutschland) und EDF (Frankreich).
repower.de

Wind bleibt wichtigste erneuerbare Energiequelle: Mit einem Anteil von 9,2 Prozent (2011: 7,7) hat die Windenergie in Deutschland die Nase bei den Erneuerbaren vorn, gefolgt von Biomasse und Photovoltaik. 67,9 Milliarden Kilowattstunden – ein Viertel des deutschen Strombedarfs – wurden im ersten Halbjahr durch diese Energiequellen gewonnen, hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ermittelt.
bdew.de (Überblick), bdew.de (PDF mit Zahlen und Fakten)

Fuhrländer engagiert sich in der Ukraine: Im Rahmen eines Joint Ventures baut der deutsche Windanlagenbauer ein Werk im Osten des Landes. Dort sollen monatlich 15 bis 18 Maschinenhäuser und Rotornaben vom Typ FL 2500 mit 2,5 Megawatt Leistung für den lokalen Markt produziert werden. Aktuell ist ein 50-Megawatt-Projekt auf der Halbinsel Krim in Vorbereitung.
iwr.de

TÜV Süd expandiert in UK: Der Münchner Prüfdienstleister hat die britische Firma Project Management Support Services (PMSS) gekauft. Die 70 Mitarbeiter bieten umfassende Beratungsleistungen für Betreiber, Hersteller und Investoren im Bereich der Windenergie an. PMSS erzielte 2011 einen Umsatz von knapp acht Millionen Euro und wird nun ein fester Bestandteil von TÜV Süd.
cleanthinking.de

Wissenschaftler plädieren für Wind statt Biomasse: Eine neue Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina kommt zu dem Schluss, dass Sonnen- und Windenergie weniger Fläche verbrauchen, als für nachwachsende Rohstoffe zur Bioenergiegewinnung benötigt wird. Zudem sei Biomasse oft mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbeeinträchtigungen verbunden.
welt.de (Hintergründe), leopoldina.org (Studie zum Download)


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09. Aug 2012

Neuer Fuhrländer-Hauptaktionär, Systemwechsel bei Netzanbindung von Offshore-Windparks?, mit Kleinwindanlagen zum Erfolg.


Fuhrländer AG mit neuem Hauptaktionär: Die Windgröße GmbH des ukrainischen Managers Maxim Efimov hält jetzt knapp 80 Prozent der Anteile an dem deutschen Windanlagenbauer. Firmengründer Joachim Fuhrländer ist bereits vor einigen Wochen aus dem Vorstand ausgeschieden und hat auch seine Anteile verkauft. Der Projektierer Windreich hält noch knapp 17 Prozent und begrüßt die neue Eigentümerstruktur. Die „WirtschaftsWoche“ hatte zuvor berichtet, dass der russische Konzern Rosatom über einen ukrainischen Metallkonzern neuer Haupteigner sei. Fuhrländer will nach schwierigen Jahren nun in Osteuropa wachsen.
iwr.de (Hintergründe), vwd.de (PM von Windreich), wiwo.de (umstrittener Beitrag)

Systemwechsel bei Netzanbindung von Offshore-Windparks? Verschiedene Verbände und Unternehmen haben ein Konzept vorgestellt, das in Zukunft die volkswirtschaftlich effiziente und zeitlich aufeinander abgestimmte Fertigstellung eines Offshore-Windparks auf der einen und die notwendige Netzanbindung mit konkreten Daten auf der anderen Seite gewährleisten soll. Ziel ist eine höhere Investitionssicherheit: Alle Beteiligten sollen so ihre Investitionsentscheidungen mit Blick auf gemeinsame Zieldaten treffen können.
offshore-stiftung.com (Standpunkte), offshore-stiftung.com (Eckpunkte-Papier als PDF)

Mit Kleinwindanlagen zum Erfolg: 2009 hatte Ernst Schöll von ESPV-Tec die Idee zu einer kleinen Windkraftanlage auf Wohnhausdächern. Inzwischen bietet er seinen Wind-Pillar mit Leistungen zwischen 500 Watt und 50 Kilowatt an und kann sich vor Anfragen aus aller Welt kaum retten.
swp.de


Nachrichten

16. Aug 2012

Dong Energy, Offshore-Service-Schiff.


Dong Energy kauft „Gode Wind“ I bis III: 157 Millionen Euro erhält der Projektentwickler PNE Wind von dem dänischen Energieversorger für die in der Nordsee geplanten Windparks. Zusammen haben die Anlagen eine Kapazität von rund 900 MW und liegen rund 40 km nördlich von der Insel Norderney. „Gode Wind“ I und II sind vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie bereits genehmigt. Für „Gode Wind“ III läuft die Prüfung noch. PNE Wind sieht mit der Transaktion seine Gewinnprognosen bestätigt, die Aktie macht einen Sprung.
handelsblatt.com (Überblick), iwr.de (Aktie)

Nordic Yards angelt Auftrag für Offshore-Service-Schiff: Das Wasserfahrzeug namens Wind Turbine Service Jack Up Vessel (WTSJUV) wird im Auftrag des dänischen Unternehmens DBB Jack-Up Services gebaut. Die Firma ist auf die Wartung von Offshore-Windkraftanlagen spezialisiert. Die Fertigung des Spezialschiffes wird etwa ein Jahr dauern. Los geht’s im Frühjahr 2013. Nordic Yards spekuliert auf den Bau zweier weiterer Schiffe.
nordic-market.de

Kaufen Allianz und Munich Re das Tennet-Netz? Laut „Handelsblatt“ sind die beiden Versicherungskonzerne am deutschen Netz des in der Kritik stehenden Betreibers Tennet interessiert. Zur Debatte steht angeblich eine Kaufsumme von 15 Milliarden Euro. Die Bundesregierung sieht das mögliche Engagement positiv. Allerdings soll Tennet nicht an einem Verkauf interessiert sein, lässt Konzernsprecher Harald Wouters wissen.
tagesspiegel.de (Verkauf ja), welt.de (Verkauf nein)


Nachrichten

23. Aug 2012

Altmaier & Aigner, Schramm, Nordex, Tennet.


Altmaier und Aigner dämpfen Windhoffnungen: Bundesumweltminister Peter Altmaier und Verbraucherministerin Ilse Aigner sorgen für neue Unruhe in Sachen Energiewende. Altmaier sorgt sich um zu viele Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland, will aber von kolportierten Deckelungsbestrebungen analog der Solarkürzungen nichts wissen. Ilse Aigner sieht die angestrebten Haftungsregelungen für Windparkbetreiber skeptisch und könnte den für die kommende Woche geplanten Kabinettsbeschluss blockieren. Die Industrie fürchtet nun weitere Verzögerungen.
stern.de (Peter Altmaier), sueddeutsche.de (Ilse Aigner)

Schramm forciert Offshore-Engagement an der Nordseeküste: Während die Schramm Group eine strategische Kooperation mit der Elbe-Holding am Standort Cuxhaven geschlossen hat, baut der Meereslogistiker auch für RWE Innogy und REpower Systems Apartmenthäuser für das Servicepersonal auf Helgoland. Der Inselhafen soll Servicepunkt für den Betrieb mehrerer Windparks in der Nordsee werden. In Cuxhaven werden für den Bau der Windfarmen umfangreiche Lager- und Umschlagsflächen benötigt.
nordic-market.de (Cuxhaven), cleanthinking.de (Helgoland)

Nordex errichtet erste N117: In der Nähe von Hohen Luckow (Kreis Rostock) wird gerade die erste Windkraftturbine vom neuen Nordex-Modell N117 installiert. Die Anlage mit einer Nabenhöhe von 120 Metern bietet eine um 30 Prozent größere Fläche, was die Energieausbeute im Binnenland erhöhen soll. Zudem wird der deutsche Hersteller einen 21,6-Megawatt Windpark in Finnland mit dem Anlagentyp ausrüsten.
welt.de (Rostock), stern.de (Finnland)

Tennet bekommt grünes Licht für weitere Investoren: Die niederländische Regierung hat dem Staatskonzern erlaubt, weiteres Geld und damit neue Investoren für die Anbindung der deutschen Offshore-Projekte zu akquirieren. Während Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bereits vom großen Durchbruch für die Energiewende spricht, dämpft Tennet-Chef Lex Hartman die Erwartungen: Er weiß momentan nicht, wo die geforderten 15 Milliarden eingesammelt werden sollen, solange die Rahmenbedingungen noch ungeklärt sind.
zeit.de (Freigabe für Tennet), spiegel.de (Interview Lex Hartman)