Nachrichten

16. Februar 2017

Rüge aus Brüssel, Bundesratsbeschluss zu Energiespeichern, Stromsteuer, kombinierte Solar- und Windparks, Jinkosolar, Allianz Capital Partners, Lichtblick


Kohlekraftwerk-NeurathRüge aus Brüssel: Die Bundesregierung hat wegen der anhaltend starken Luftverschmutzung von der EU-Kommission ein „letztes Mahnschreiben“ erhalten. Laut der Brüsseler Behörde werden die Stickstoffdioxid-Werte (NO2) in bundesweit 28 Gebieten, darunter Berlin, München, Hamburg, Stuttgart und Köln, zu stark überschritten. Vor allem Dieselautos produzieren in deutschen Großstädten mehr gefährliches Stickoxid als zugelassen. Die EU-Kommission fordert Deutschland auf, die Emissionen, z.B. durch Verringerung des Verkehrs, die Verwendung anderer Brennstoffe sowie den Übergang zu E-Fahrzeugen, zu senken, sonst drohen eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof und Bußgelder. Auch Frankreich, Spanien und Italien sowie Großbritannien wurden ermahnt.
tagesspiegel.de, dw.com/de

Bundesratsbeschluss zu Energiespeichern: Der Bundesrat hat in der vergangenen Woche einen Entschließungsantrag zur Unterstützung der Forschung, Entwicklung und Markteinführung von elektrischen Energiespeichern gefasst. Die Bundesregierung ist somit aufgefordert, eine Speicherstrategie zu entwickeln, die sowohl die langfristige Planung von großen als auch den Ausbau von kleinen dezentralen Speichern umfasst. Auch eine STrategie, um unterschiedliche Speichertechnologien auf den Markt zu bringen, sei laut Bundesrat erforderlich. Bleibt zu hoffen, dass die Regierung das Anliegen der Länder aufgreift.
bundesrat.de, zfk.de, umwelt-energie-report.de, pv-magazine.de, euwid-energie.de

Absage an die Stromsteuer: Laut Gesetzentwurf des Bundeskabinetts wird es keine zusätzliche Belastung für den Photovoltaik-Eigenverbrauch geben. Nach Plänen des Bundesfinanzministeriums war eine Stromsteuer von gut zwei Cent pro Kilowattstunde vorgesehen. Die ist nun vom Tisch. Der Photovoltaik-Verband BSW-Solar begrüßt den Gesetzentwurf, fordert aber gleichzeitig, die Mieterstromverordnung endlich auf den Weg zu bringen. Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert die Beseitigung der vielen rechtlichen Hürden, die Mieter bei der Photovoltaik-Nutzung in Deutschland benachteiligt.
pv-magazine.de (Stromsteuer), pv-magazine.de (vzbv)

Kombinierte Solar- und Windparks: Die N.V. Nuon Energy, niederländischer Energieversorger im schwedischen Vattenfall-Konzern, plant die Integration großer PV-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 70 MW in sechs bestehende und geplante Onshore-Windparks in den Niederlanden. Durch die Nutzung vorhandener Netzinfrastruktur können die Kosten für diese Solarprojekte deutlich gesenkt werden. Aus Sicht von Vattenfall könnte dieses Modell auch in Deutschland Schule machen.
iwr.de, pv-magazine.de

Jinkosolar ist neuer Weltmarktführer: Der chinesische Solarkonzern ist laut dem Beratungsunternehmen Globaldata die neue Nummer eins auf dem weltweiten Solarmarkt und stößt damit Trina Solar, ebenfalls ein Unternehmen aus dem Reich der Mitte, vom Thron. Jinkosolar hatte 2016 Solarmodule im Umfang von 6.600 bis 6.700 MW ausgeliefert.
iwr.de

Allianz Capital Partners, Tochter des Münchner Allianz-Konzerns, hat sich kürzlich in zwei US-Windparks in Oklahoma und Illinois eingekauft. Und der Großinvestor ist auf der Suche nach weiteren passenden Windparks in den USA – trotz der Unsicherheit, die sich seit Amtsantritt von Donald Trump in der US-Renewables-Branche breitmacht. Und auch in Russland stehen die Zeichen auf Wind: Nuklear-Monopolist Rosatom tut sich für den Einsteig in die Windbranche mit dem niederländischen Windturbinen-Hersteller Lagerwey zusammen. Beide Partner wollen bis Jahresende ein Joint Venture gründen.
bizzenergytoday.com (Allianz Capital Partners), bizzenergytoday.com (Rosatom)

Lichtblick vermittelt künftig auch Batteriespeicher von sonnen und Fronius. Das Angebot des Hamburger Grünstrom-Anbieters reicht vom Preisvergleich über die Vermittlung der Solarstrom-Speicher inkl. Installation bis hin zur Reststrom-Belieferung mit 100 Prozent Ökostrom aus Deutschland. Mindestens ein dritter Anbieter soll perspektivisch noch hinzukommen.
zfk.de


Zahl der Woche

678 Mio. Euro


Einen Überschuss von 678 Mio. Euro verzeichnen die Übertragungsnetzbetreiber für das EEG-Konto im Januar 2017 – der höchste für einen Januar, der sich in den EEG-Kontenübersichten findet. Im Vorjahreszeitraum lag der Überschuss bei 459 Mio. Euro.
euwid-energie.de


Technologie

Solarworld, langlebiger Flüssigkeitsakku, dena-Leitstudie, R2RBattery, Klimaanlagen, Innogy


Solarworld-Freiberg_300x150pxSolarworld setzt auf monokristalliene Zellen und Module: Noch in diesem Jahr will der Bonner Modulhersteller komplett aus der Produktion polykristalliner Solarzellen und Module aussteigen. Bis 2019 soll ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag in Herstellung und Vertrieb monokristalliner Siliziummodule auf Basis der PERC-Technologie investiert werden. Auch ein Umbau in der Produktion ist geplant: Die Zellherstellung wird künftig im thüringischen Arnstadt erfolgen, einziger deutscher Standort für die Modulfertigung soll Freiberg in Sachsen werden. 400 Jobs im Unternehmen sollen bis 2019 wegfallen.
erneuerbareenergien.de

Langlebiger Flüssigkeitsakku: Forscher der Universität Harvard haben einen Flüssgkeitsakku entwickelt, der für zehn Jahre Dauerbetrieb ausgelegt ist. Die Flussbatterie zeichnet sich durch geringe Leistungsverluste über ihre Lebenszeit, eine hohe Umweltverträglichkeit sowie geringe Kosten aus. Die wasserlöslichen Elektrolyte sollen über 1.000 Ladezyklen lediglich ein Prozent ihrer Kapazität verlieren.
seas.harvard.edu, futurezone.at

„dena-Leitstudie Integrierte Energiewende“: Die Deutsche Energie-Agentur (dena) beschäftigt sich im Rahmen einer Leitstudie mit der Verknüpfung der Energiesektoren Strom, Gebäude, Verkehr und Industrie. Ziel ist es, Wissen und Anforderungen der Wirtschaft für eine erfolgreiche Ausgestaltung der zweiten Phase der Energiewende zugänglich zu machen und Unternehmen so einen Orientierungsrahmen für Investitionen und zukunftsfähige Geschäftsmodelle an die Hand zu geben.
dena.de, stadt-und-werk.de

Verbundprojekt R2RBattery: Im Rahmen des vom Bund geförderten Projektes soll die Umsetzung von Aluminium-Ionen-Batterien erforscht werden. Aktuell ist noch immer die Lithium-Ionen-Technologie das leistungsfähigste System der mobilen Energiespeicherung, doch der Rohstoff ist beschränkt, sein Einsatz entsprechend teuer. Das Projekt R2RBattery unter Führung der TU Bergakademie Freiberg soll nun eine Alternative finden – und setzt dabei seine Hoffnung auf Aluminium.
sonnewindwaerme.de, industr.com

Bye, bye Klimaanlage: Forscher der University of Colorado haben eine hauchdünne spezielle Polymer-Folie auf Basis des Kunstsstoffs Polymethylpenten entwickelt, die, trägt man sie auf Häuser auf, diese automatisch kühlt – ganz ohne Energieaufwand. Auf lange Sicht könnte die dünne Spezialfolie in heißen, trockenen Gegenden die Klimaanlagen ablösen. Zur Erfroschung der kommerziellen Nutzung wurde bereits ein Patent angemeldet.
science.sciencemag.org, wired.de

Drohne inspiziert Rotorblätter: Im Offshore-Windpark Nordsee Ost vor Helgoland setzt Betreiber Innogy erstmals eine Drohne ein, um die Rotorblätter der Windkraftanlagen von außen auf Schäden zu überprüfen. Ob sich Drohnen für den Einsatz unter den rauen Bedingungen auf hoher See wirklich eignen, wird sich erst noch zeigen. In den kommenden Tagen will Innogy prüfen, ob Qualität und Aussagekraft der Bilder ausreichend sind.
industr.com


Zitat der Woche

Johannes Schreiber


Johannes-Schreiber_TUM_100x100px„Bisher sind Windkraftanlagen Egoisten. Jedes einzelne ist darauf ausgelegt, über einen möglichst langen Zeitraum maximale Leistung zu erbringen.“

Laut Johannes Schreiber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Windenergie an der Technischen Universität München (TUM), muss das große Ganze im Mittelpunkt stehen, wenn ein Windpark effizient arbeiten soll. Bisher werden Windräder hinsichtlich ihrer Leistung allerdings meist einzeln betrachtet. Eine automatische Windparkregelung könnte die Leistung deutlich erhöhen.
euwid-energie.de


Service

Regionale Stromnachfrage, Wunsiedler Weg Energie 2.0, „Vogelsiedlung“


Entwicklung der regionalen Stromnachfrage: Laut einer aktuellen Fraunhofer-Studie wird der Engerieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030 sinken. Danach könnte sich die Stromnachfrage bis zum Jahr 2050 allerdings signifikant erhöhen. Grund dafür sei die weitere Sektorkopplung, u.a. durch zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen. Diese Prognosen des Fraunhofer ISI bildet gegenüber vergangenen Netzentwicklungsplänen eine bessere Planungsgrundlage.
stadt-und-werk.de

Mit dem Wunsiedler Weg Energie 2.0 verfolgen die Stadtwerke Wunsiedel (Bayern) einen ganzheitlichen Ansatz zur lokalen Umsetzung der Energiewende. Dabei sollen Erneuerbare die Basis für alle Sektoren, also Wärme, Strom und Mobilität, bilden. Langfristiges Ziel ist die Energieautonomie. Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel, erklärt den Ansatz im Interview.
stadt-und-werk.de

Wärmeversorgung mit Erneuerbaren: Die „Vogelsiedlung“ im Kölner Stadtteil Westhofen besteht aus sechs neu errichteten dreigeschossigen Gebäuden. Alle 84 Wohnungen werden mit Wärme aus 250 m² Solarkollektoren und vier Holzpelletkesseln versorgt. Mittels Langzeitmonitoring soll nun überprüft werden, welchen Erfolg die hundertprozentige Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien wirklich für den Klimaschutz bringt.
energynet.de


Kurzschluss

Umweltfreundlich durch den Schnee düsen


Das geht im E-Snowpark im bayrischen Inzell. Alle Schneemobile, die sich dort im Verleih befinden, fahren rein elektrisch und sind bis zu 32 km/h schnell. Fahrspaß fürs grüne Gewissen also.
e-snowpark.de, antenne.de