Nachrichten

19. Mai 2016

Atomkraft, Bund-Länder-Sondergipfel, Dong Energy, Solaroffensive im Ländle und Deals der Woche


Atomkraftwerk PhillipsburgDie EU will Atomkraft fördern: Um innovative Reaktoren zu erforschen und zu bauen, fordert die EU-Kommission in einem Strategiepapier eine engere Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten. So sollen u.a. flexible Mini-Atomreaktoren bis 2030 ans Netz gehen. Die Vorhaben sollen mit EU-Geldern unterstützt werden.
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Förderkappung: Die Bundesregierung will die einmalige feste Vergütung von Onshore-Windenergieanlagen im ersten Quartal 2017 um 7,5 Prozent senken. Der Vorschlag wurde beim Bund-Länder-Sondergipfel vergangene Woche vorgelegt. Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, sagte, man wolle „nun auch die Windenergiebranche kaputt machen“.
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Ergebnislos: Auch in anderen Punkten bezüglich der EEG-Novelle blieb man sich beim Sondertreffen uneinig. Nur das Ausbauziel bis 2025 fand Zustimmung. Bis dahin sollen 40 bis 45 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren stammen. Ein Entscheidungstreffen zwischen den Ländern und der Bundeskanzlerin wurde nun für den 31. Mai vereinbart.
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Börsengang: Der dänische Energieversorger Dong Energy könnte bereits im Sommer an die Börse gehen, dabei war der Börsengang zuerst für Anfang 207 geplant. Vor allem sollen die Anteile von derzeitigen Anteilseignern verkauft werden. Die Ausgabe von neuen Aktien sei nicht vorgesehen.
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Solaroffensive im Ländle: Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will 50.000 neue Solar-Dachanlagen in den kommenden Jahren ans Netz bringen. Das Vorhaben soll durch ein Förderprogramm unterstützt werden, das etwa die Kosten für Zähler und Netztechnik bei Photovoltaik-Mietstrommodellen übernimmt.
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– Deals der Woche –

Allianz Global Investors hat sechs Windparks in Frankreich erworben. Die Projekte haben eine Gesamtkapazität von 62 MW und gingen bereits zwischen 2006 und 2009 ans Netz.
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Die Windwärts Energie GmbH und die Genossenschaft Naturenergie Region Hannover wollen zusammen Windparks mit Bürgerbeteiligung in der Region Hannover entwickeln. Bei den insgesamt drei geplanten Projekten soll der Genossenschaft jeweils eine Anlage zum Kauf angeboten werden.
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solarnova lässt künftig einen Teil seiner Solarmodule in der Sonnenstromfabrik in Wismar herstellen und erweitert somit seine Produktionskapazität auf knapp 100 MW. Seit Eröffnung der beiden Fabriken im Jahr 1996 hatte man immer wieder zusammengearbeitet.
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Zahl der Woche

100-Prozent-Marke


Fast hätte man am Sonntag 100-Prozent-Marke erreicht. Agora Energiewende berichtete, dass Deutschland seinen gesamten Strombedarf für kurze Zeit mit fast komplett erneuerbaren Energie decken konnte. Da viele Daten nicht in Echtzeit verfügbar waren, musste das Ergebnis am Montag leider angepasst werden.
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Technologie

Einspeisegarantie, Adwen, Offshore-Wartungskonzept gesucht, Power-to-Gas, Bio-Solarpanel und leuchtende Straßen


Erhöhte Einspeisegarantie: In einem Pilotprojekt sollen die Offshore-Wind-Konverterplattformen DolWin alpha und DolWin gamma erstmals über eine Brücke mit einem Hochleistungskabel verbunden werden. So kann bei Bedarf zwischen den Stationen umgeschaltet werden, was die Einspeisegarantie erhöht. Normalerweise werden Umspannwerke direkt mit dem Festland verbunden.
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Bildschirmfoto 2016-05-19 um 10.25.44Grünes Licht: Adwens neueste Offshore-Anlage, die AD 5-132, hat jetzt von DNV GL eine Typenzertifizierung erhalten. Die Turbine wurde speziell für Regionen mit subtropischen Monsunen sowie Taifunen konzipiert und kann laut Hersteller auch bei hohen Temperaturen und Feuchtigkeit bestehen.
iwr.de >>offshorewind.biz >>

Offshore-Wartungskonzept gesucht: Die Europäische Kommission hat einen Call for Paper für neue Betriebs- und Wartungskonzepte für Offshore-Turbinen gestartet. Insgesamt 10 Mio. Euro stehen für die Finanzierung des Gewinner-Konzeptes (oder der -Konzepte) zur Verfügung. Einsendeschluss ist der 8. September 2016.
offshorewind.biz >>

Power-to-Gas: Die Stadt Haßfurt und Stromanbieter Greenpeace Energy starten in die nächste Phase ihres Windgasprojekts. Am Main soll ein containergroßer Elektrolyseur entstehen, der jährlich rund 1 Mio. kWh Strom ins Netz speisen soll. Der überschüssige Strom für die Wasserstoffproduktion stammt hauptsächlich aus dem benachbarten Bürgerwindpark Sailershäuser Wald.
windmesse.de >>windkraft-journal.de >>

Grüner geht’s nicht: Forschern in den USA ist es erstmals gelungen, Bio-Solarzellen zu einem Bio-Solarpanel zusammenzufügen. Dieses hat eine Leistung von 5,59 Mikrowatt – genug um etwa eine Armbanduhr zu betreiben, aber zu schwach für eine Solardachanlage. Hierfür bedarf es zuerst noch mehr Grundlagenforschung.
green.wiwo.de >>

Erleuchtend: Der mexikanische Forscher José Carlos Rubio hat einen phosphoreszierenden Zement entwickelt, der Straßen nachts buchstäblich zum Leuchten bringt. Das soll Kosten sparen, da Straßenlaternen überflüssig wären. Der Belag kann sichtbares UV-Licht absorbieren und im Dunkeln bis zu zwölf Stunden lang wieder abstrahlen.
green.wiwo.de >>


Zitat der Woche

Alexander von Frankenberg und Franz Werdenich


Alexander von Frankenberg„Wenn Sie in unser Portfolio schauen, kommen die erfolgreichsten Unternehmen aus dem Bereich Energiemanagement.“

Alexander von Frankenberg, Chef des High-Tech Gründerfonds, sieht einen klaren Trend. Seit 2005 steckt das Unternehmen jährlich 50 Mio. Euro in Start-ups. Das Geld kommt von der Bundesregierung und 18 Firmen.
bizzenergytoday.com >>

Franz Werdenich„Es kann nicht sein, dass wir zuerst von Land und Bund animiert werden Windparks im Gemeindegebiet zu genehmigen und dann die Umsetzung an den Rahmenbedingungen des Ökostromgesetzes scheitert.“

Franz Werdenich, Bürgermeister der österreichischen Gemeinde Potzneusiedl, beklagt, dass viele baureife Windparks aufgrund des Reformstaus im Nachbarland nicht gebaut werden können. Das gefährde Arbeitsplätze und Investitionen.
ee-news.ch >>


Service

Bürgerenergieprojekte, Windatlas Schweiz, Energiemarkt


Lesetipp: Das Thema Bürgerenergieprojekte ist auch aufgrund der geplanten EEG-Ausschreibungspläne derzeit in aller Munde. Wie genau das Prinzip der Bürgerbeteiligung funktioniert, hat das Portal wind-turbine.com nochmals zusammengefasst.
cleanenergy-project.de >>

Downloadtipp: Das Bundesamt für Energie (BFE) hat den Windatlas Schweiz veröffentlicht. Dieser zeigt u.a., dass das Windaufkommen bei unseren Nachbarn deutlich höher ist als erwartet und auch, dass geplante Anlagen an den richtigen Standorten aufgestellt werden.
bfe-gis.admin.ch >> via ee-news.ch >>

Klicktipp: EWEA-Chef Giles Dickson ist sich sicher, dass Windenergie schon 2030 ein Viertel des europäischen Strombedarfs decken kann. Dafür brauche man allerdings mehr kurzfristigen Spotmarkt-Handel, eine Stärkung der Reaktionsfähigkeit der Stromverbraucher und man müsse die Erneuerbaren am Energiemarkt teilhaben lassen.
erneuerbareenergien.de >>


Kurzschluss

Wackelige Angelegenheit


Als man ein schwimmendes Fundament vor der Küste Fukushimas am Meeresboden verankern wollte, geriet das 8.000 Tonnen schwere Ungetüm außer Kontrolle und kippte um. Es wurde seitdem wieder auf seinen Platz verwiesen und man kann nur hoffen, dass es sich mit einer Turbine auf dem Buckel besser benimmt.
windpoweroffshore.com >>